Kirschbaumblüten
Okay, wie schon angekündigt dreht sich diese Themenwoche um die Fragen: Wie entsteht Hunger? Was ist Hunger? Wie fühlt sich Sättigung und Hunger an? ...

Leider sind diese beiden Phänomene noch nicht ganz geklärt, aber einiges hat uns die Wissenschaft bereits erforscht. Vorallem die Hormone sind an all dem beteiligt. Aber was sind Hormone?

- Es sind Botenstoffe. Sie sind chemische Verbindungen, die von den Körperdrüsen gebildet (Systhese) und über Abgabe (Sekretion) an die Blutbahn abgegeben werden. Einige kennt ihr sicher auch (z.B. Adrenalin, Insulin,&hellip. Das Nervensystem ist dafür da, um den Drüsen Bescheid zu sagen, wann welche Hormone von Nöten sind. Ihr habt sicher alle schonmal eine Abbildung von einer Nervenzelle gesehen (siehe unten). Sie haben ganz viele kleine Zweige, die so mit vielen verschiedenen Bereichen in Kontakt treten können. –



Die Drüse, die für uns nun eine Rolle spielt ist vorallem der Hypothalamus. Oje, was ist denn das schon wieder? Ganz einfach: es ist ein Teil des Zwischenhirns und zwar ein sehr bedeutender Teil. Dort wird nämlich neben Hunger und Sättigung die Körpertemperatur, die Homöostase (= Gleichgewicht der Körperfunktionen), das Schlafverhalten und das Sexualverhalten geregelt. Es liegt dann auch nicht fern, dass genau das der Grund ist, wieso bei Ess-Störungen auch die anderen Regelbereiche des Hypothalamus nicht mehr ordentlich ablaufen können.

*~* Wie es zu Hunger kommt *~*
Unser Körper ist wie ein Orchester. Ein Solo bekommen nur sehr wenige. Auch wenn es um „Hunger“ geht, ist dafür mehr als nur der Hypothalamus nötig.
1. Magen und Leber schicken die Glucosewerte an den Hypothalamus
2. Besteht Unterzucker wird ein Hungersignal ausgestoßen
3. Fettzellen setzen das Hormon „Leptin“ frei, was die Hungergefühle schwächt (Also müssten Menschen mit mehr Fettzellen weniger Hunger haben, als die mit wenigen Fettzellen)
(4. Bei Übergewicht wird Lepitin nicht mehr wahrgenommen)
5. Das Hormon „Ghrelin“ sinkt bei der Nahrungsaufnahme und steigert sich nach der Sättigung wieder
=> Hunger ist physiologisch, also was der Körper wirklich braucht (Zeichen sind z.B. Magenknurren)

*~* Was ist Appetit? *~*
Appetit ist kein körperlicher Bedarf, sondern wird durch Stress oder ähnliches ausgelöst. Auch hier hat es wieder etwas mit dem Glucosewert zu tun. Deshalb ist eine gesunde Ernährung auch so wichtig. Einfachzucker wie in Weißmehlprodukten wird schnell verbraucht und wir möchten schneller wieder essen, weil unser Zuckerspiegel so niedrig ist.
=> Appetit ist psychisch, wir brauchen die Nahrung nicht wirklich.

*~* Was ist Sättigung? *~*
Sättigung entsteht erst, wenn unser Magen sich anfängt auszudehnen, was wiederrum Botenstoffe an unser Gehirn schickt. Außerdem müssen bestimmte Nährstoffe zuerst im Darm und in der Leber ankommen. Bei einer ungesunden Ernährung fehlen diese Nährstoffe und der Körper schreit erneut nach Essen.
Wenn jedenfalls wir uns Satt fühlen, sind wir oft auch zufrieden… okay, für einige ist Essen sicher noch eine Belastung, aber eigentlich sollten wir glücklich sein, weil unser Körper bei Sättigung das Hormon „Serotonin“ ausschüttet, was uns zufrieden stellt.
Zu unterscheiden gibt es natürlich auch hier wieder Sättigung von Völlegefühl. Satt spürt man physisch, es ist eine Art Gedanken, wogegen man bei dem Völlegefühl merkt, wie sich der Bauch bläht und man einfach nicht mehr essen kann.

*~* Hunger & Sättigung im Bezug zu einer Ess-Störung *~*
Eine ES führt uns in einen Teufelskreis, der mir zuerst gar nicht bewusst war. Durch langzeitiges Hungern werden Stresshormone ausgeschüttet, aber da man es freiwillig macht auch jede Menge Glückshormone (Endorphine und Serotonin). Man könnte ja denken, das würde sich schon irgendwie ausgleichen, aber vielmehr gerät man in eine Art Rausch, der auch süchtig machen kann. Wie glücklich fühlte man sich, wenn man den ganzen Tag ohne Essen ausgehalten hat?! Das macht es so gefährlich. Aber der Körper macht das natürlich nicht so lange mit. Und die Folgen kennen wir ja alle…

Zusammenfassend ist also zu sagen, dass es zwei Arten gibt, die uns zum Essen verleiten und die uns sagen, dass es genug ist: Hunger - Sättigung (physisch) und Appetit – Völlegefühl (psychisch). Ernähren wir uns nicht ausgewogen, braucht unser Körper mehr Essen um den Nährstoffbedarf zu decken.


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