Kirschbaumblüten

Willkommen zur 10 Themenwoche! Diesmal geht’s um die Verdauung. Also den Weg, den das Essen (& Trinken) ab unserem Mund bis zur Toilette geht. Es ist zwar (wie ich finde) ein interessantes, aber an einigen Stellen auch ekeliges Thema. Für alle, die sowas nicht gut vertragen können, werde ich die abartigen Details in kursiv schreiben, so dass ihr das überspringen könnt.



1. Ab in den Mund
Die Verdauung, oder auch Digestion genannt, beginnt sobald Nahrungsmittel unseren Mund berühren. Die Zunge ist dazu wichtig, denn sie sendet dem Gehirn eine Nachricht, was man gerade isst. Lutscht man an einer Zitrone, geben die Geschmacksknospen ein Signal an das Gehirn, dass man etwas Saures isst. Der Speichel, der sich vermehrt beim Essen oder beim Gedanken bald etwas zu essen, bildet, hilft die Nahrung leichter hinunter zu schlucken. Das im Speichel enthaltene Enzym Amylase hat den Job, sofort die Kohlenhydrate aus dem Essen abzuspalten.

2. Zwischen Mund und Magen
„Bolus“ so nennt sich der Ball von Nahrung, der vom Rachen durch die Speiseröhre in den Magen rollt. Nagut, rollt ist nicht so ganz richtig. Immerhin kann unser Körper den Bolus auch bei einem Kopfstand sicher in den Magen befördern. Zuständig dafür ist er sogenannte „Peristaltik“, eine wellenförmige Muskelbewegung. – Ist unser Körper nicht einfach einzigartig?! –

3. Der Bolus: Der Gast im Gaster
Richtig geraten: Der Gaster ist der Magen. Und was hat ein Magen mit einer Tunika gemeinsam? Den Begriff könnt ihr beim nächsten Teekesselchen nehmen [grin] Ich sollte nicht abschweifen, also kommt hier mal die Auflösung: Es kann beides eine Hülle bezeichnen.
Tuniken haben wir in uns 4 verschiedene Arten:

*~* Tunica serosa *~*
Bedeckt einen Großteil des Magens

*~* Tunica muscularis *~*
Der Gaster ist ein Hohlorgan. Die Tunica muscularis bildet diesen Hohlraum und vermischt die Nahrung

*~* Tunica mucosa *~*
Schützt die innere Schicht des Magens vor Säuren (z.B. Magensäure) und besitzt so genannte „Rugae“, die die Magenoberfläche vergrößern kann.

*~* Tunica submucosa *~*
Verbindet die Tunica muscularis mit der Tunica mucosa


Die Magensäure ist eine der aggresivsten Säuren. In unserem Verdauungtrakt bilden ganz viele kleine Drüsen diesen Magensaft, der sich aus Salzsäure (HCl) und Pepsinogen zusammensetzt. Mutter Natur hatte aber einen guten Grund, genau diese Säure auszuwählen, denn sie ist in der Lage, die Bakterien aus der Nahrung abzutöten und gleichzeitig die Zellen anzuregen, das Hormon „Gastrin“ freizusetzen. Außerdem wandelt es Pepsinogen in Pepsin um, welches es schafft Bindegewebe aus Fleisch abzubauen. Diesen Effekt könnt ihr auch außerhalb eures Körpers sehen, indem ihr Fleisch in Pepsi taucht und stehen lässt (natürlich ist auch Cola geeignet).

Der Bolus wird also durch die Tunica muscularis ‚durchgeknetet’ und mit Magensäure durchmischt. Es entsteht eine art Haferschleim, den man „Chymus“ nennt. Eine gute Nachricht: der Körper verbrennt etwa 10% der aufgenommenen Energie um die perfekte Konsistenz des Chymus zu erreichen. Dieser Vorgang dauert zwischen 2 bis 6 Stunden. Leider wird ein Stück Kuchen schneller verdaut als ein Salat. Schuld sind die Kohlenhydrate, denn sie werden ja schon bei der ersten Berührung im Mund abgebaut. Fleisch benötigt ebenfalls länger (3-4 Stunden).

4. Der laaaaaaange Weg durch den Darm

Nunja, ist der Chymus also soweit, geht es weiter in den Zwölffinger-Darm (Duodenum). Er ist sozusagen eine Überleitung vom Magen zum Dünndarm. Er trägt diesen Namen übrigens, weil er so lang ist wie 12 Finger. In diesem Teil des Verdauungstrakts wird „Duodenalsaft“ ausgeschüttet, der die Magensäure wieder neutralisiert. Dann werden Hormone ausgeschüttet, die durch den Blutstrom zur Gallenblase und Bauchspeicheldrüse gelangen. Diese beiden Organe schütten dann ihre Verdauungssäfte ab. Die Galle ist fähig, Fett und Wasser zu mischen. Nagut, es bilden sich ganz kleine Tröpfchen im Wasser. Aber nun können diese über den Blutstrom aufgenommen werden. Die Bauchspeicheldrüse (Pancreas) bildet übrigens auch das Hormon Insulin, das u.a. Fett speichert. Außerdem beginnt im Zwölffinger-Darm auch der Stoffwechsel.
Der Chymus, der schon fast ganz verdaut ist, rutscht da zuerst in den Leerdarm (~ 1 Meter lang) und danach durch den „Ileum“ (~1,8 Meter Lang), in dem sich sogenannte „Zotten“ befinden, die die Nährstoffe aufnehmen und in den Blutkreislauf abgeben. Danach befinden sich nurnoch die Abfallstoffe im Ileum, die zur Müllkippe unseres Körpers abgegeben werden: dem Dickdarm (Colon). Der Dickdarm ist etwa 1,5 Meter lang. Dem Abfall wird das Wasser entzogen (diffundiert).
Der Mastdarm (Rectum) hält den Stuhl (Fäzes) bis zur Toilette in sich. Sobald der Fäzes zwischen 150 und 200 g wiegt, wird dem Gehirn ein Signal übermittelt („Hey, ich muss aufs Klo!&ldquo. Der Vorgang „Defäkation“ ist, wenn der Stuhl über den Analkanal über den Anus ausgestoßen wird.
In „Warum haben Männer Brustwarzen“ gibt es ein ganzes Kapitel mit der Überschrift Klolektüre. Einige Kuriositäten erwähne ich hier jetzt mal: Es gibt psychische Störungen, bei denen die Betroffenen den Kot gerne verschmieren (Kopromanie) oder sogar essen! Falls jemand von euch dieselbe Neigung hat, Sterben kann man daran nicht, aber es kann zu Infektionen führen. Übrigens kann man auch an der Farbe des Stuhles Krankheiten erkennen. Mehr ekeliges Zeugs erwähne ich besser nicht…


Jeder Bissen legt somit 7-8 Meter zurück.


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